
Ferruzzano Superiore: Geisterstadt
Die verlassenen Dörfer des ionischen Kalabriens sind ein Ziel für Radfahrer und Romantiker und haben tausend Geschichten zu erzählen.
Wo ist

Durch die Gassen des Geisterdorfs Ferruzzano
Wir bewegen uns still durch die leeren Gassen des verlassenen Dorfes, das am Rand der Felsklippe liegt. Steintreppen, Häuser mit eingestürzten Dächern dicht aneinandergebaut, herrschaftliche Gebäude mit reich verzierten Steinportalen… Manchmal lassen uns die leeren Fenster Innenräume erahnen, die erst vor Kurzem verlassen scheinen. Noch stehen einige umgestürzte Stühle, zerbrochene Möbel: bescheidene Spuren der bäuerlichen Kultur, die hier einst blühte. Die Kirche mit eingestürztem Dach bewahrt ihre Sakralität. An einer Wand fällt eine rote Inschrift auf: „Ferruzzano, du bist wie die erste Liebe: man kann dich nicht vergessen.“
Die Geschichte: das Erdbeben von 1907 und die Aufgabe
In der Nacht des 23. Oktober 1907 um 21:25 Uhr wurde das Dorf von der ersten heftigen Erschütterung eines Erdbebens zerstört, das die Häuser dem Erdboden gleichmachte und 175 Menschen das Leben kostete. Man beschloss, im nahegelegenen Ortsteil Saccuti neu zu bauen, doch auch dieser ist heute verlassen (abgesehen von einigen mutigen Familien, die noch dort leben). Die Ursachen: die starke Abwanderung in den 1950er-Jahren, die die Bevölkerung halbierte, und die Überschwemmung in den 1970er-Jahren, die den endgültigen Schlag versetzte.
Nicht verpassen: das Panorama
Der melancholische Reiz jedes verlassenen Dorfes ist unbestreitbar, doch Ferruzzano hat noch mehr zu bieten. Es wurde auf einer steilen Felsklippe in etwa 470 Metern Höhe erbaut, um den Angriffen der Sarazenen zu entgehen, und von dort eröffnet sich der Blick auf das Ionische Meer und den Aspromonte in seiner ganzen Schönheit. Der höchste Punkt, genannt Kalvarienberg, bietet ein beeindruckendes 360-Grad-Panorama.
Warum es besonders ist: Spuren des Neolithikums
Das Gebiet, auf dem Ferruzzano Superiore entstand, hat eine weit ältere Geschichte als die der Sarazenen. Unsere Guides Santo und Orlando zeigen uns am höchsten Punkt des Dorfes kleine Pfostenlöcher und Stufen, die in den Fels gehauen sind: Zeugnisse einer Siedlung im Neolithikum (8000–3500 v. Chr.)! Doch es gibt noch mehr. Wir halten vor den Ruinen eines „Höhlenhauses“, das auf einer bereits bestehenden Höhle errichtet wurde und noch älteren Ursprungs ist. Zwischen trockenen Blättern und herabgestürzten Balken zeigt der Fels kurze, diagonale Spuren: geschaffen mit Steinwerkzeugen (nicht aus Eisen), die im Paläolithikum verwendet wurden. Danke, Santo und Orlando, dass ihr uns ermöglicht habt, das Unsichtbare zu sehen!
Kuriosität: vom verlassenen Dorf zum Filmset
Resilienz ist eine menschliche Eigenschaft. Ferruzzano, seit Jahrzehnten verlassen, wurde mehrfach wieder zum Leben erweckt als Filmkulisse für Kurzfilme und Fernsehserien: Agarthi, eine Geschichte, die man nicht erzählen sollte (2015); Rica, die letzte große Geschichte (2016); Sanremo: blasse Blume (2017); Nautilus (2021), Werke des kalabrischen Künstlers Bruno Panuzzo; ZeroZeroZero (2018, nach dem Roman von Roberto Saviano) und Weg vom Aspromonte (2018, nach dem Buch von Pietro Criaco).
So organisieren Sie die Reise
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Der Atlas dankt:
PNRR M1C3 2.1 Attrattività dei Borghi, Linea B Ferruzzano: Borgo del benessere, Int. 12 Hub digitale, CUP J98C22000050006, CIG B701ED11E2
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